Die Republik
09. November - 13. Dezember 1918
1918 - 1919
In den vier Altgemeinden werden SPD-Ortsvereine gegründet, um an den bevorstehenden Gemeinderatswahlen teilnehmen zu können.
In Schiefbahn gehören Arnold Leenen, Arnold Jansen, Karl Helten und Wilhelm Töller zu den Gründern.
In Willich Johann Smeets, Heinrich Smeets und Hermann Kruß.
In Anrath Ernst Schneider und Johann Dohmen.
14. Dezember 1919
Bei den ersten freien Wahlen zu den Gemeinderäten zieht die SPD in allen Altgemeinden in die Gemeindeparlamente ein.
27. Dezember 1919
In Schiefbahn konstituiert sich die Sozialistische Mehrheitsfraktion der SPD im Gemeinderat.
15. März 1920
Aus Anlaß des Kapp-Putsches findet ein mehrstündiger Streik der Arbeiter der Fa. Krebs in Anrath statt.
Aus Sympathie mit der Regierung Ebert-Bauer haben die Arbeiter des Stahlwerks Becker in Willich ebenfalls nicht gearbeitet.
18. April 1920
Generalversammlung der Willicher Sozialdemokraten im Lokal Schmitz. Der preussische Landtagsabgeordnete Friedrich Lewerentz spricht zur allgemeinen politischen Lage.
01. Mai 1920
In Anrath, Schiefbahn und Willich finden "Veranstaltungen und Lustbarkeiten der sozialdemokratischen Arbeiterschaft statt".
06. Juli 1920
Bei den Reichstagswahlen verbessert sich die SPD in allen vier Gemeinden und wird überall zweitstärkste Partei.
1921 - 1923
Mit zahlreichen Anträgen zur Unterstützung der Notleidenden, der Hilfe für kinderreiche Familien durch Beschaffung von Kohle, Kartoffeln und Milchzuteilungen, versuchen die Sozialdemokraten die Not zu lindern.
1924
Stahlwerk Becker
In den Betrieben des Stahlwerks Becker, den Vereinigten Seidenwebereien , der Krebs AG und bei Breuers und Wolf finden wilde Streiks statt. Die Streikenden kämpfen für den 8-Stunden-Tag, die Einstellung aller Arbeitslosen und ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln.
04. Mai 1924
Bei den Gemeinderatswahlen verliert die SPD durch das starke Aufkommen der KPD deutlich an Boden. In allen Gemeinden verleirt die SPD auch Gemeinderatsmandate.
1925 - 1926
Die Sozialdemokraten in den Altgemeinden treffen sich regelmäßig, bewirken politisch aber sehr viel. Sie setzen sich vor allem für die Unterstützung der Arbeitslosen, deren Zahl ständig ansteigt, für Winternothilfe und die Erhöhung der Erwerbslosenfürsorge ein.
29. September 1925
40.000 Textilarbeiter werden im heimischen Bereich durch die Textilunternehmer ausgesperrt. Auch in Anrath, Schiefbahn und Willich stehen die Arbeiter vor verschlossenen Werkstoren.
19. Oktober 1928
Die Schiefbahner Sozialdemokraten fordern eine Sondersitzung des Gemeinderates mit dem Beratungspunkt: Unterstützungsmassnahmen für die ausgesperrten Textilarbeiter.
07. Dezember 1929
Die Sozialdemokraten verfügen nach den Gemeinderatswahlen nur noch in Anrath (1), in Schiefbahn (2) und in Willich (1) über Gemeinderatsmandate.
1930 - 1932
Durch den gleichzeitigen Kampf der Sozialdemokraten gegen den aufkommenden Nationalsozialismus und die Kommunistische Partei verliert die SPD in den vier Altgemeinden immer mehr an Boden.
29. Juli 1932
In Schiefbahn kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen christlichen und freien Gewerkschaftlern, Sozialdemokraten, Kommunisten und Zentrumsmitgliedern einerseits und den in Schiefbahn einquartierten SA-Männern andererseits. Dabei wird der ehemalige Sozialdemokrat und jetzige Kommunist Wilhelm Töller durch den Schuss eines SA-Mannes lebensgefährlich verletzt.
Herbst 1932
Bei einer Plakatklebeaktionm der antifaschistischen Gruppe in Schiefbahn versucht die SA dies zu verhindern. Die Genossin Christina Leenen stülpt dabei dem Ortsgruppenführer der NSDAP den Klebeeimer über den Kopf.







