Alt-Willich
1298 erscheint das "Kirchspiel Willich" als Teil der Grafschaft Hülchrath. Im Jahre 1318 gelangt es mit dem ganzen Lande Linn an Johann von Kleve, kommt 1378 bei der Verpfändung des Linner Landes durch Mechthild, Herzogin von Geldern, an den Erzbischof Friedrich III. von Köln und wird 1392 bei einem Vergleich zwischen dem Grafen Adolf von Kleve und dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden endgültiger Besitz des Kölner Erzstifts, bei dem als Bestandteil des Amtes Linn bis zur französischen Besetzung im Jahre 1794 verbleibt. Nach dem napoleonischen Verwaltungsgesetz vom 17. Februar 1800 wird Willich eine Mairie des Kantons Neersen im Arrondissement Krefeld, Département de la Roer. Mit der auf dem Wiener Kongress 1815 beschlossenen Errichtung der preußischen Herrschaft im Rheinland wird die Gemeinde 1816 dem Kreis Krefeld zugeordnet, dem sie bis 1929 angehörte.
1929 kam sie zum Landkreis Kempen-Krefeld, bei dem sie bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1970 verblieben ist. Die Willicher Wirtschaftsstruktur wurde bis über den Anfang des 19, Jahrhunderts hinaus wesentlich von der Landwirtschaft bestimmt, in der Ackerbau als Dreifelderwirtschaft auf den etwa 190 Hofstätten der vier Honschaften betrieben wurde.
Die beginnende Industriealisierung wird deutlich in eienr Statistik von 1861:
Es existieren 2 Seifenfabriken, 1 Öl- und 3 Getreidemühlen, 2 Bierbrauereien, 61 Branntweinbrennereien, 2 Destilieranstalten und 4 Krautpressen. Bei einer damaligen Gesamtbevölkerung von 3.790 Personen, von denen 1.672 noch immer die Landwirtschaft als Hauptgewerbe betrieben, nahm die Bevölkerungsgruppe der 288 Weber eine wichtige Stellung ein.







