Anrath
Drei größere Zeitabschnitte treten hervor, wenn man die Geschichte der Gemeinde Anrath überblickt. Da ist zuerst die kurkölnische Zeit von den Anfängen des Gemeinwesens bis zum Jahre 1794, dann
die Zeit der französischen Besetzung der linken Rheinseite von 1794 bis 1814 und anschließend die preußisch-deutsche Zeit bis zur Gegenwart.
Der früheste Name für Anrath "Anrode" d.h. "An der Rodung", weist darauf hin, dass die Gründung auf neugerodetem Boden in unkultiviertem Gelände erfolgte. Die vermutlich aus dem Anfang des 9.
Jahrhunderts stammende früheste Kirche in Anrath wurde im Jahre 1010, wie Urkunden erweisen, von der Mutterkirche in Kempen getrennt und zur selbständigen Pfarrkirche erhoben.
Einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung der Gemeinde stellt die Verleihung des Marktrechtes durch Kaiser Sigismund im Jahre 1414 dar. Politisch war die Gemeinde seit der Gründung der Landesherrschaften im 13. Jahrhundert Hauptort der Herrlichkeit Neersen und Anrath, die nach Landesbrauch als kurköllnische Lehen (Leihgabe) an adlige Familien vergeben wurde.
Die Anfänge einer eigenen Verwaltung sind schon für die Zeit um 1025 urkundlich bezeugt. Zu dem starken Stamm von Handwerkern, insbesondere von Hausweberns, kamen Ende des 19. Jahrhunderts mehrere größere und kleinere Textilbetriebe, die den arbeitslos gewordenen Webern wieder Arbeit und Brot verschafften. Die beiden Weltkriege überstand der Ort ohne größere Schäden.








