Neersen

Seinen Namen verdankt der kleinste Ortsteil der heutigen Stadt Willich der Niers. Die Grenzlage zwischen dem kurkölnischen und dem jülichschen Machtbereich nutzten die Herren von Neersen, die urkundlich erstmals 1263 erwähnt werden, zur Errichtung einer weitgehend selbständigen Vogtei. Nachfolger der Vögte zu Neersen wurden um 1500 die Freiherren und späteren Reichsgrafen von Virmond.

 

Haus Neersen, in früheren Jahrhunderten als Wasserburg konzipiert, erfuhr unter Adrian Wilhelm von Virmond in den Jahren 1661-1669 seine Umwandlung in einen dreiflügeligen Schlossbau mit vier quadratischen Ecktürmen und einem großzügig angelegten Park. Mit dem Tode Ambrosius Franz Friedrichs von Virmond 1744 starb das Geschlecht aus und ein kurkölnischer Amtmann residierte in Neersen.

 

Während der Franzosenzeit, von 1794-1814, wurde Neersen zur "Mairie", d.h. Bürgermeisterei, ernannt, zu der auch Anrath, Clörath und Kehn gehörten. Gleichzeitig war Neersen auch Kantonsverwaltung für 11 Bürgermeistereien.

 

Nach dem Wiener Kongreß fielen die Länder auf dem linken Rheinufer 1815 an Preußen. Neersen und Clörath kamen zunächst zum Kreis Krefeld, 1919 zum Kreis Gladbach und 1929 zum Kreis Kempen-Krefeld.

 

Im Jahre 1800 zählte die Gemeinde Neersen 220 Häuser mit 1.375 Einwohnern. 1900 waren es 400 Häuser mit 2.116 Einwohnern. Der Zweite Weltkrieg brachte dem Ort keine nennenswerte Beschädigungen oder Verluste. 1969 schließlich verzeichnete die Statistik 5.600 Bürger. Aktuell leben in Neersen 6.950 Einwohner.